Lymphdrainage nach Vodder®

Die manuelle Lymphdrainage wurde im vorigen Jahrhundert von Dr. Emil Vodder entwickelt. Sie regt die Lymphgefäße im behandelten Bereich an und ist eine unverzichtbare Komponente für eine qualifizierte, physikalische Entstauungsbehandlung. Sie ermöglicht eine tiefenwirksame Reinigung des Bindegewebes.

Es kommt durch die vom Therapeuten erzeugten, wechselnden Druckphasen zu einem Reiz für das Gewebe, welcher von den glatten Muskelzellen der kleinsten Lympheinheiten mit einer erhöhten Pumpfrequenz beantwortet wird. Weitere Wirkungen der manuellen Lymphdrainage sind die Linderung von Schmerzen, Senkung des Tonus der Skelettmuskulatur, Entspannung und Beruhigung, Immunstärkung sowie Unterstützung des Magen-Darm-Traktes. In Summe ist die Vodder`sche Methode eine Aktivierung des gesamten Körperstoffwechsels. .

Einsatzmöglichkeiten

  • umfangreiche Lymphödeme (primär und sekundär)
  • Lipödeme
  • venös bedingte Ödeme
  • traumatische Schädigungen (Verrenkungen, Zerrungen, Verstauchungen, Muskelfaserrisse, Hämatome)
  • Ödeme aufgrund von Operationen bei Krebserkrankungen
  • Verbrennungen
  • Fibromyalgie
  • Morbus Sudek
  • Morbus Bechterew
  • Morbus Down
  • Migräne
  • Multiple Sklerose
  • Schleudertrauma (Commotio cerebri)
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Zosterneuralgie
  • Gesichtslähmung nach Schlaganfällen (Facialisparese)
  • Verkalkung der Haut (Sklerodermie)
  • Narbenbehandlung
  • Verdauungsprobleme
  • Weichteilrheumatismus
  • offene Beine (Ulcus cruris)
  • Cellulite
  • in der Schwangerschaft zur Vorbeugung von Schwangerschaftsstreifen und Ödemen
  • im Wochenbett zur Unterstützung des Milcheinschusses
  • Menstruationsbeschwerden
  • Wechseljahrbeschwerden

Gegenanzeigen (Kontraindikationen)

Akute Thrombose mit Emboliegefahr (ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich!)

Vorsicht ist gegeben bei:

  • Ödemen nach Krebsgeschehen
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Asthma bronchiale
  • niedrigem Blutdruck (Hypotonie)
  • chronischen Entzündungen
  • Herzproblemen (Cardiale Dekompensation)

Behandlungsablauf

Es ist äußerst wichtig, dass die Haut nicht mit Ölen, Cremen oder Lotions behandelt wird. Unabhängig davon welche Körperregion versorgt werden soll, wird zu allem Anfang das Hauptabflussgebiet der Lymphflüssigkeit, der sogenannte Terminus (= Zusammen-fluss von Vena jugularis und Vena subclavia), im Halsbereich aktiviert. Ist dieser durch angeborene oder erworbene Blockaden gestört, wird das nächstgelegene große Lymphabflussgebiet an behandelt (Achseln, Leisten,...). Die manuelle Lymphdrainage nach Vodder ist speziell durch die Technik des reinen Hautverzuges/des Hautverschiebens gekennzeichnet, daher äußerst gewebeschonend und auch für empfindsame Menschen sehr gut geeignet. Dies bedeutet dass - im Gegensatz zu einer Massage - der Patient die Berührungen als eher „streichelnd“ empfinden wird. Die Griffabfolge der Behandlung ist rhythmisch und monoton, daher wirkt eine manuelle Lymphdrainage sehr dämpfend auf den Körper und entspannt ihn.

Der Behandlungsdruck ist generell stark abhängig vom Grad der Stauung, beziehungsweise der Indikation für die Durchführung. Dr. Vodder verfolgte ein ganzheitliches Konzept, daher werden für die höchstmögliche Effizienz der Behandlung meist auch Körperregionen mit einbezogen, die nicht direkt betroffen sind. Wird die Lymphe flächendeckend stimuliert, erhöht sich die Flussgeschwindigkeit und somit tritt die Regulation und Verteilung aller lymphpflichtigen Substanzen und der „Heilungsprozess“ ehestmöglich ein.

Eine Behandlung kann somit zwischen 30 und 45 Minuten dauern, aber auch bis zu über einer Stunde erweitert werden. Die Behandlungszeit muss immer dem Krankheitsbild angepasst sein.

Wir setzen die Lymphdrainage hauptsächlich als ergänzende Therapie zur modernen Wundversorung ein. Durch einen gut zirkulierenden Lymphfluss wird der Zutransport von Sauerstoff, Leukoplasten, Gerinnungsfaktoren, Eiweiß, Granulations- und Epithelzellen deutlich erleichtert und somit die Regeneration der Wunde massiv unterstützt.