Was ist eine Wunde?

Eine Wunde entsteht, wenn Körperzellen absterben oder zerstört werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen akuten und chronischen Wunden.

Eine akute Wunde entsteht zum Beispiel äußerlich durch Verletzungen oder bei Operationen.

Bei einer chronischen Wunde sind Körperzellen defekt und sterben ab. Dieser Defekt kann sich von der Haut nach innen ausbreiten, zum Beispiel bei einem Druckgeschwür (Dekubitus). Auch im Körperinneren können die Zellen durch Krankheiten geschädigt werden, ohne dass zu Beginn eine Wunde auf der Körperoberfläche sichtbar ist.

Zu diesen Krankheiten zählen zum Beispiel Venenerkrankungen mit Wassereinlagerungen (chronisch venöse Insuffizienz mit Beinödemen). Werden die Beinödeme nicht richtig therapiert, kann sich daraus eine chronische Wunde am Unterschenkel entwickeln.

Wie heilen Wunden ab?


Heilt eine Wunde ohne Komplikationen ab, spricht man von primärer Wundheilung. Wird die Wunde genäht, geklammert oder geklebt, kann sie unter einem trockenen, sterilen Verband innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen ungestört abheilen.

Bei Störungen der Wundheilung, zum Beispiel durch eine Entzündung oder Infektion, kann sich die Wundheilung verzögern. Dann spricht man von einer sekundären Wundheilung. Eine solche Wunde kann nach etwa acht Wochen chronisch werden.

Wie entsteht eine chronische Wunde?

Es gibt viele Gründe, warum sich eine chronische Wunde entwickelt. Hier einige Beispiele:

  • Erkrankungen der Gefäße, etwa der Arterien, Venen oder Lymphgefäße
  • Infektion einer Wunde durch einen oder mehrere Mikroorganismen
  • Äußere Einwirkungen wie Verbrennungen, Verbrühungen, Erfrierungen, Bestrahlungen, Unfälle, selbst zugefügte Verletzungen, Operationen
  • Tumore, die durch die Haut wachsen und aufbrechen
  • Erkrankungen der Nervenbahnen, die zu Störungen der Durchblutung und des Schmerzempfindens führen können
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus
  • Angeborene Störungen, zum Beispiel des Bindegewebes

Werden diese Grunderkrankungen oder Ursachen frühzeitig erkannt, lässt sich meist verhindern, dass sich eine chronische Wunde entwickelt. Daher ist es wichtig, bei entsprechenden Risikofaktoren frühzeitig und regelmäßig Spezialisten, zum Beispiel Fachärzte oder WBZ-Wundbehandlungszentren aufzusuchen.

Entscheidend ist, dass die notwendigen Behandlungen durch Sie als Patient konsequent und aktiv unterstützt und umgesetzt werden. Daher finden Sie auf den kommenden Seiten eine Übersicht über die häufigsten Arten von chronischen Wunden und Tipps zur Mithilfe und Selbsthilfe.

Wichtig: Ändern Sie eine angeordnete Therapie nie selbstständig, ohne vorher mit Ihrem Arzt oder den Wundspezialisten der WBZ-Wundbehandlungszentren gesprochen zu haben!